Hi Leute,
mir ist aufgefallen, dass meine griechische Nachbarin immer 'Να πάρει ο διάβολος' sagt, wenn sie sich ärgert oder genervt ist. Wörtlich übersetzt heißt das ja so viel wie 'Soll der Teufel (es) nehmen', oder?
Jetzt frag ich mich, ob das wirklich einen religiösen Hintergrund hat. Griechen sind ja oft sehr gläubig orthodox, aber andererseits verwenden sie diese Redewendung auch sehr locker im Alltag. Meine Nachbarin ist definitiv gläubig, sagt das aber trotzdem ständig.
Ist das wie im Deutschen mit 'Verdammt noch mal' - ursprünglich religiös, aber heute einfach nur noch ein Kraftausdruck? Oder steckt da mehr dahinter? Vielleicht gibt es ja auch regionale Unterschiede?
Wäre cool, wenn mir jemand erklären könnte, woher das kommt und ob Griechen das überhaupt als religiös problematisch sehen. Ich will ja nicht aus Versehen was Falsches sagen, wenn ich das mal verwende.
Danke schon mal!
Das ist eine interessante Beobachtung! Du hast recht mit deiner Vermutung - 'Να πάρει ο διάβολος' hat durchaus religiöse Wurzeln, ist aber heute hauptsächlich ein alltäglicher Fluch geworden. Die Redewendung bedeutet buchstäblich 'Soll der Teufel es nehmen' und drückt Ärger oder Frustration aus.
Ursprünglich stammt das aus der orthodoxen Tradition, wo man böse Dinge dem Teufel 'überlässt'. Heute verwenden es aber selbst sehr religiöse Griechen ganz normal, ohne groß darüber nachzudenken. Es ist wie bei unserem 'Zum Teufel!' - die religiöse Bedeutung ist verblasst.
Interessant ist übrigens auch die Variante 'Να πάρει ο χάρος' (soll der Sensenmann es nehmen), die weniger religiös und eher mythologisch geprägt ist.
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist das ein typisches Beispiel für semantischen Wandel. Ursprünglich war die Wendung tatsächlich ein Verwünschungsfluch mit religiösem Bezug - man überantwortet etwas Störendes dem Bösen zur Beseitigung.
Die orthodoxe Kirche sieht solche Ausdrücke übrigens nicht besonders kritisch, solange sie nicht blasphemisch werden. Das unterscheidet sich deutlich von anderen christlichen Konfessionen. In der griechischen Kultur gibt es generell eine pragmatischere Einstellung zu solchen sprachlichen Gewohnheiten.
Regionale Varianten gibt es durchaus - auf Kreta hört man öfter 'Να τον πάρει' (verkürzt), in Nordgriechenland manchmal andere Formulierungen.
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Kann S.Hoffmann22 nur zustimmen. Hab selber lange in Griechenland gelebt und das hört man wirklich überall. Selbst meine sehr fromme Vermieterin damals hat das gesagt, wenn wieder mal das Internet ausgefallen ist 😄
Die Griechen sind da sehr entspannt - solange man nicht direkt Gott oder die Heiligen beleidigt, ist alles ok.
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