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Netflix auf Griechisch: Bremsen deutsche Untertitel den Lernfortschritt?

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Marco K.
Beiträge: 6
Themenstarter
(@hellasfan29)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#23]

Hallo zusammen! Ich bin jetzt seit etwa einem Jahr dabei, Griechisch zu lernen, und habe mir für diesen Sommer als kleines Projekt vorgenommen, täglich mindestens eine Folge einer griechischen Serie zu schauen. Aktuell läuft bei mir die Klimaanlage auf Hochtouren und ich verbringe die heißen Nachmittagsstunden am liebsten auf dem Sofa – da bietet sich das ja geradezu an.

Mein Problem: Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich die deutschen Untertitel lese, anstatt wirklich auf das gesprochene Griechisch zu hören. Am Ende einer Folge habe ich meistens alles verstanden, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das dem Griechischen oder dem Deutschen verdanke.

Jetzt frage ich mich: Ist das überhaupt sinnvoll für den Lernfortschritt? Oder lerne ich dabei eigentlich gar nichts und gaukle mir nur vor, ich hätte Griechisch konsumiert? Wäre es besser, von Anfang an griechische Untertitel zu nehmen, auch wenn ich dann vieles nicht verstehe? Oder doch ganz ohne Untertitel?

Ich habe gelesen, dass manche Leute erst deutsche, dann griechische Untertitel empfehlen, aber das klingt für mich nach einem sehr langen Weg. Hat jemand konkrete Erfahrungen damit gemacht, was wirklich hilft? Freue mich über jeden Erfahrungsbericht!


6 Antworten
Thomas B.
Beiträge: 12
(@alphabytes_gr)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich sehe das pragmatisch: Es kommt auf den Lernstand an. Wer noch am Anfang steht, braucht irgendeine Brücke, und deutsche Untertitel sind besser als gar kein Input. Aber ab einem gewissen Niveau – ich würde sagen A2/B1 – werden sie tatsächlich zur Bremse.

Technisch gesehen gibt es auf manchen Plattformen die Option, die Untertitel zeitlich zu verzögern oder die Schriftgröße zu minimieren. Kleiner psychologischer Trick: Wenn man sie kaum lesen kann, hört man automatisch mehr. Klingt komisch, funktioniert aber.

Was ich persönlich mache: Szenen, die ich nicht verstanden habe, markiere ich mental und schaue sie dann mit griechischen Untertiteln nochmal. Griechische Untertitel sind übrigens Gold wert, weil man gleichzeitig das Schriftbild mit der Aussprache verknüpft – das hilft enorm auch außerhalb des Filmschauens. Hatte dazu schon in einem anderen Thread geschrieben, dass echter Sprachkontakt – ob im Urlaub oder per Medien – unersetzlich ist.


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Markus Hoffmann
Beiträge: 10
(@helasfan3494)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich nutz jetzt schon ne Weile griechische Serien zum Lernen und muss sagen – AlphaVokabel hat recht, rein passive Methoden bringen wirklich wenig. Aber ich würd die deutschen Untertitel nicht so komplett verteufeln wie Markus88.

Mein Weg war: Erste Folge einer neuen Serie auf Deutsch schauen um den Kontext zu kapieren. Dann dieselbe Folge nochmal auf Griechisch ohne UT oder mit griechischen UT. Klingt aufwendig, aber gerade am Anfang braucht man dieses Gerüst, sonst ist man nach zehn Minuten frustriert und macht Netflix zu.

Ein konkreter Tipp noch für den Sommer: griechische Serien die in oder um Athen spielen haben oft eine sehr klare, deutliche Aussprache – mehr als Produktionen aus dem ländlichen Raum. Das macht den Einstieg leichter. Hab nach drei Jahren Griechisch immer noch Momente wo ich einfach nicht mitkomme, das ist glaub ich bei allen so – hab dazu mal was gepostet. Man darf sich davon nicht entmutigen lassen.


Antwort
Markus88
Beiträge: 19
(@markus88)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich seh das etwas anders als Tobias. Ich glaube, deutsche Untertitel sind für Anfänger und Mittelstufe schlicht eine Krücke, die man so schnell wie möglich loswerden sollte. Hab das selbst durch – man sitzt da, denkt man lernt was, aber in Wahrheit liest man halt deutschen Text mit griechischem Hintergrundgeräusch.

Ich hab irgendwann einfach die deutschen UT komplett abgeschaltet und bin direkt auf griechische Untertitel umgestiegen. Die ersten zwei Wochen war's frustrierend, danach aber wirklich ein Sprung nach vorne. Man fängt zwangsläufig an, einzelne Wörter herauszuhören und zu verknüpfen.

Was ich nicht empfehle: Diese Zwischenstufe 'erst deutsch, dann griechisch, dann ohne'. Das zieht sich ewig. Einfach den Sprung wagen, auch wenn man vieles verpasst. Urlaub ist übrigens eine gute Gelegenheit – man hört dort echtes gesprochenes Griechisch und merkt sofort, was man wirklich gelernt hat und was man sich nur eingebildet hat.


Antwort
ThomasK
Beiträge: 10
(@thomask)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessante Diskussion. Ich möchte noch einen anderen Aspekt einbringen, der hier noch nicht erwähnt wurde: Es geht nicht nur darum, ob man die Untertitel liest oder nicht, sondern auch darum, was man nach dem Schauen damit macht.

Passives Konsumieren – egal mit welchen Untertiteln – hat einen begrenzten Lernwert, wenn es dabei bleibt. Wer sich nach der Folge hinsetzt und drei bis fünf Ausdrücke oder Vokabeln, die er gehört hat, aktiv nachschlägt und notiert, der lernt deutlich mehr als jemand, der fünf Folgen am Stück schaut und danach nichts verarbeitet.

Ich habe mich damit beschäftigt, wie Spracherwerb über Kontextwissen funktioniert – und da ist das Verständnis des Inhalts durchaus wichtig, damit das Gehirn Bedeutungen verankern kann. Insofern: Deutsche Untertitel in Maßen, als Verständnishilfe für den Inhalt, können legitim sein. Aber aktive Nacharbeit ist das eigentliche Lerngeschehen. Das gilt auch für Etymologie und Redewendungen, hatte ich dazu schon mal einen Thread eröffnet, falls das jemanden interessiert.


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