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Griechisch lernen

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Griechische Radiosender nebenbei laufen lassen – bringt das was?

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Manfred Köhler
Beiträge: 10
Themenstarter
(@elektrikerkreta28)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#25]

Hallo zusammen,

ich bin Elektriker und arbeite gerade hauptsächlich auf Kreta, hab auch noch einiges an Projekten für den Sommer geplant. Weil ich eh viel alleine auf Baustellen bin, hab ich angefangen, einfach griechisches Radio im Hintergrund laufen zu lassen – meistens irgendwelche lokalen Sender die ich über die App gefunden hab. Musik, Nachrichten, Wetter, Moderatoren die irgendwas labern.

Jetzt frag ich mich aber ehrlich gesagt ob das überhaupt irgendwas bringt. Ich versteh so gut wie nichts, also wirklich fast null. Manchmal erkenn ich ein Wort, aber dann ist der Satz schon längst weiter. Ich mach seit knapp nem Jahr Griechisch, nicht super intensiv aber regelmäßig. Niveau ist so A2 vielleicht.

Meine Überlegung war: ist doch besser als nichts, das Ohr gewöhnt sich an den Klang der Sprache, den Rhythmus, die Betonung. Aber mein Kumpel sagt, wenn man nix versteht dann rauscht das einfach durch ohne Lerneffekt, man gewöhnt sich höchstens dran es zu ignorieren.

Wer hat da Erfahrung? Lohnt sich das wirklich oder ist das komplette Zeitverschwendung bei meinem Niveau? Und falls ja – ab wann macht sowas eigentlich Sinn? Ich will die Mittagspause auf der Baustelle sinnvoll nutzen und nicht einfach nur Lärm im Hintergrund haben.


4 Antworten
Markus_K_1987
Beiträge: 7
(@markus_k_1987)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt bin ich da skeptisch. Ich hab das auch mal probiert, Wochen lang griechisches Radio beim Autofahren. Hat bei mir nix gebracht, nix. Irgendwann hab ich es einfach ausgeblendet wie Fahrstuhlmusik.

Ich glaub das funktioniert vielleicht wenn man schon halbwegs was versteht, aber bei A2 ist das halt noch zu weit weg. Du bräuchtest dazu irgendwas wo du den Kontext kennst – also z.B. ein Thema wo du schon weißt worum es geht und dann den griechischen Sender dazu hörst. Dann kann man viel besser Brücken bauen.

Ich stell da immer die Frage: wie viel Zeit investier ich wirklich bewusst vs. nebenbei. Nebenbei bringt halt wenig ohne aktive Auseinandersetzung. Das hab ich auch hier im Thread zu echten Gesprächen irgendwann geschrieben – ohne Fokus bleibt man nicht dran, und dann lernt man auch nix.


Antwort
Sandra84
Beiträge: 31
(@sandra84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich finds gar nicht so schlecht für die Situation die du beschreibst. Wenn du eh auf der Baustelle bist und die Hände beschäftigt sind, was wäre die Alternative – deutsches Radio? Dann lieber griechisches, selbst wenn du nicht alles verstehst.

Ich hab letztes Jahr vor meinem Kreta-Urlaub viel Radio gehört und fand es hilfreich einfach für's Gefühl der Sprache. Nicht fürs Vokabeln lernen, aber du fängst an Wörter wiederzuerkennen die du schon kennst, und das gibt ein gutes Gefühl. Und gerade jetzt im Sommer läuft da ja viel – Strand, Wetter, Touristenthemen – da triffst du oft Vokabeln die du sowieso brauchst.


Antwort
Lena F.
Beiträge: 4
(@lena-fischer)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das kenne ich gut – ich hab das selbst lange so gemacht und auch viel drüber nachgedacht. Kurze Antwort: passives Nebenbeihören alleine reicht nicht, aber es ist auch nicht völlig wirkungslos.

Der Punkt, den dein Kumpel macht, stimmt teilweise. Wenn man überhaupt keinen Anker hat, fließt vieles wirklich durch. Aber der Rhythmus, die Intonation, typische Satzmelodien – das prägt sich trotzdem ein, auch wenn man es nicht bewusst wahrnimmt. Ich hab das gemerkt als ich angefangen habe, einzelne Wörter rauszuhören die ich vorher gelernt hatte. Plötzlich klang das natürlicher als aus Lernmaterialien.

Was ich empfehlen würde: kombinier das Radio mit aktiven kurzen Einheiten. Fünf Minuten Nachrichten bewusst hören, dann nochmal, dann schauen was du verstanden hast. Ich hab dazu mal einen Thread zur App-Frage gepostet, der geht eher Richtung Podcasts, aber die Grundlogik ist gleich: Griechisch hören üben: Welche Podcast-Apps filtern nach Sprechtempo?

Für A2 würde ich Radio eher als Hintergrundrauschen mit Mehrwert bezeichnen, nicht als Hauptmethode. Aber stell es nicht ab – lass es laufen.


Antwort
Gerhard M.
Beiträge: 5
(@gerhard62)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich sehe das etwas anders als Lena oben. Ich lerne seit einigen Jahren Griechisch und hab in meiner Berufszeit viel mit griechischen Kollegen zu tun gehabt – da hab ich gelernt: man unterschätzt, wie viel das Ohr aufnimmt ohne dass man es merkt.

Bei A2 ist Radio natürlich noch sehr schwer, das stimmt. Moderatoren sprechen schnell, verwenden Umgangssprache, schlucken Endungen. Aber ich würde 'Zeitverschwendung' als zu harsch bezeichnen. Wenn du auf der Baustelle ohnehin Lärm im Hintergrund hättest, ist griechisches Radio doch besser als gar nichts.

Was ich allerdings beobachtet habe: der Sprung passiert meistens irgendwann nach B1 – da fängt man plötzlich an, ganze Sätze zu greifen statt nur Einzelwörter. Bis dahin ist Radio eher eine Frage der Gewöhnung ans Klangbild.

Mein Tipp für die Mittagspause: Such dir einen Sender mit Nachrichten die langsamer gesprochen sind, Staatssender sind da oft etwas klarer in der Aussprache als die kommerziellen. Und hör nicht einfach weg – versuch immer wenigstens einen Satz aktiv zu verfolgen.


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