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Griechische Radiomoderatoren – warum rede ich dagegen an?

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Ingrid-Hoffmann
Beiträge: 11
Themenstarter
(@ingrid-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#20]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit gut zwei Jahren Griechisch und mache das eigentlich recht konsequent – Vokabeln, Grammatik, manchmal auch kleine Texte lesen. Ich dachte, es wäre eine gute Idee, das im Sommer zu intensivieren, weil ich im September eine Reise nach Kreta plane und dort wirklich ein bisschen kommunizieren möchte, nicht nur mit Händen und Füßen.

Also habe ich angefangen, morgens beim Frühstück griechisches Radio zu hören. Einen Nachrichtensender aus Athen, den ich online gefunden habe. Und ich verstehebuchstäblich fast nichts. Ein Wort hier, ein Wort da – aber ganze Sätze? Fehlanzeige. Das ist so frustrierend, weil ich das Gefühl hatte, doch schon ganz gut voranzukommen.

Meine Frage: Liegt das nur daran, dass Nachrichtensprecher und Moderatoren ein sehr spezielles Register benutzen? Oder ist das normales Hörverstehen, das einfach noch nicht mitgewachsen ist, obwohl man schon viel gelernt hat? Ich habe gelesen, dass es im Griechischen da nochmal einen größeren Sprung gibt als in anderen Sprachen – stimmt das?

Und hat jemand Tipps, womit man als Übergangslösung anfangen kann, bevor man zu echten Nachrichtenformaten übergeht? Ich würde das gerne noch vor dem Urlaub irgendwie angehen, auch wenn der September nicht mehr so weit weg ist.


3 Antworten
Bernhard K.
Beiträge: 2
(@lexikonlernfix7)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ein bisschen anders als L.Bergmann oben – zumindest was die Einschätzung betrifft, dass es 'kein Zeichen für schlechtes Lernen' ist. Ich meine: es IST auch ein Hinweis darauf, dass aktives Hörverstehen beim Lernen oft zu kurz kommt. Wenn man zwei Jahre vor allem Vokabeln und Grammatik paukt (was ja viele machen), dann ist das Ohr einfach nicht trainiert worden – egal in welchem Register.

Ich hab das bei mir selbst so erlebt. Hatte irgendwann gefühlt solide Grundlagen, aber beim Hören war ich verloren. Das lag nicht nur am Sprachregister, sondern daran, dass ich zu selten wirklich gehört hatte. Zu Verbendungen hatte ich das hier mal geschrieben, geht in ne ähnliche Richtung: Griechische Verbendungen: Warum so viele – und wie lernt man sie?

Für den Urlaub im September: Hör dir auf YouTube kurze Interviews mit normalen Leuten an, keine Profisprecher. Das hilft schneller als jeder Nachrichtensender.


Antwort
Lisa B.
Beiträge: 3
(@l-bergmann)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das kenne ich gut und es ist tatsächlich kein Zeichen dafür, dass man schlecht gelernt hat. Griechische Nachrichtensprecher verwenden einen Stil, der sich deutlich von der gesprochenen Alltagssprache unterscheidet – der nähert sich sprachlich der Katharevousa an, also einer eher archaisierten Schriftsprache, die früher sogar offiziell war. Bestimmte Verbformen, Satzstrukturen und Fachvokabular tauchen dort auf, die im normalen Gespräch kaum jemand benutzt.

Dazu kommt das Sprechtempo. Nachrichtenmoderatoren sprechen zwar klar artikuliert, aber ohne natürliche Gesprächspausen, und der Wortschatz bleibt spezialisiert. Das ist für Lernende eine doppelte Hürde.

Mein Tipp für den Übergang: Schau dir griechische Talkshows oder Kochsendungen im Stream an, am besten mit griechischen Untertiteln wenn verfügbar. Dort wird echte Umgangssprache gesprochen, manchmal durcheinander, aber genau das trainiert das Ohr besser als perfektes Nachrichten-Griechisch. Bis September ist das realistisch machbar, wenn du täglich dranblebst.


Antwort
Kostas_1975
Beiträge: 7
(@kostas_1975)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ja, das Nachrichten-Griechisch ist wirklich eine eigene Welt. Als jemand der die Sprache von zuhause kennt – meine Eltern sind aus Thessaloniki – hör ich selbst manchmal Formulierungen im Fernsehen, die im Alltag niemand so sagt. Das ist kein Lernproblem, das ist einfach so.


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