Hallo zusammen,
ich bin gerade auf Kreta und versuche, mich mit den Nachbarn zu unterhalten. Dabei stoße ich immer wieder auf Redewendungen, die Körperteile enthalten – und ich verstehe oft gar nicht, warum die Griechen ausgerechnet diese Körperteile nehmen.
Zum Beispiel: Jemand hat zu mir gesagt 'έχεις το κεφάλι στα σύννεφα' und ich dachte erst, es geht um Wolken. Aber anscheinend bedeutet es, dass man unaufmerksam ist? Oder 'χαμε την μύτη μας' – wörtlich die Nase verlieren?
Ich lerne ja noch relativ am Anfang (wie ihr vielleicht aus meinem früheren Thread über Pronomen wisst), und mir hilft es mehr, wenn ich die Logik dahinter verstehe, statt die Redewendungen einfach auswendig zu lernen. Gibt es da ein System? Oder muss ich jede einzeln im Kontext sammeln?
Freue mich über Erfahrungen, besonders von denen, die schon länger Griechisch sprechen!
Hey Markus,
da bist du bei nem wichtigen Punkt – die Logik hilft tatsächlich mehr als blind auswendig lernen. Bei 'κεφάλι στα σύννεφα' geht's um die Vorstellung: wenn dein Kopf in den Wolken ist, bist du mental weg, nicht präsent. Das macht Sinn, ne?
Bei 'χαμε την μύτη' ist es anders – das kommt eher aus nem älteren, spielerischen Kontext. Nicht alle Redewendungen haben logische Ursprünge, manche sind historisch gewachsen oder regionsspezifisch.
Mein Tipp: Schreib dir auf, welche du hörst, und frag die Leute vor Ort, wie sie entstanden sind. Die Griechen erzählen gerne davon! So merkst du dir die auch besser als aus nem Lehrbuch. Und ja, System gibts teilweise (emotionale Zustände → Kopf, Mut → Herz), aber es gibt auch Ausnahmen.
Also ich hab da ne Frage zu – wie unterscheidest du denn zwischen Redewendungen, die wirklich alltäglich sind, und denen, die eher in Büchern stehen? Bei mir ist das Problem, dass ich immer Angst habe, was Falsches zu sagen. Kann man die Körperteile-Redewendungen überhaupt gefahrlos im Gespräch nutzen, oder wirkt man damit schnell gekünstelt?