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Griechisch lernen

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Reden trotz Grammatik-Chaos – oder lieber erst die Fälle üben?

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Ingrid-Hoffmann
Beiträge: 11
Themenstarter
(@ingrid-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#33]

Hallo zusammen,

ich bin jetzt seit etwa acht Monaten dabei, Griechisch zu lernen, und merke immer mehr, dass ich zwar Vokabeln kenne und auch Grammatikregeln auswendig kann – aber sobald ich wirklich spreche, fällt mir alles auseinander. Ich vergesse mitten im Satz, welcher Fall nach welchem Verb kommt, benutze dann einfach irgendetwas und verhaspele mich komplett. Das Ergebnis klingt dann nicht mal mehr nach Griechisch, sondern eher nach... ich weiß auch nicht was.

Ich habe mir vorgenommen, diesen Sommer einen längeren Aufenthalt in Griechenland zu machen – so vier bis fünf Wochen im August – und würde dort natürlich gerne auch wirklich sprechen, nicht nur auf Englisch ausweichen. Aber im Moment frage ich mich ehrlich gesagt, ob es mehr bringt, einfach drauflos zu reden und Fehler zu machen, oder ob ich diese zwei Monate davor lieber nutzen sollte, um die Fälle und Verbformen wirklich zu festigen, bevor ich mich in echte Gespräche wage.

Ich habe schon von einigen gehört, dass man beim Sprechen automatisch dazulernt. Aber ich frage mich, ob man nicht auch schlechte Gewohnheiten einübt, wenn man ständig falsche Formen benutzt.

Was habt ihr erlebt – macht das freie Sprechen trotz Fehlern wirklich einen Unterschied, oder hat jemand die Erfahrung gemacht, dass man damit mehr schadet als nützt?

Danke schon mal!
Ingrid


3 Antworten
Michael K.
Beiträge: 8
(@hellasmike47)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Drauflossreden. Punkt. Griechische Muttersprachler sind unglaublich geduldig, das kann ich dir versichern – ich hab das dutzende Male selbst erlebt. Die korrigieren einen auch gar nicht immer, die antworten einfach in normalem Griechisch weiter, und so lernt man mehr als durch jedes Grammatikbuch.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 12
(@alphaletters7)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurzantwort: reden. Immer reden.

Ich hab mich das vor meiner Griechenlandreise auch gefragt und hatte ehrlich gesagt schon ein ziemlich mulmiges Gefühl dabei. Aber ich hatte damals genau diesen Gedanken – reicht mein Griechisch überhaupt, um klarzukommen – und die Antwort war letztlich: Ja, wenn man es einfach ausprobiert.

Die Grammatik wird nicht durch mehr Lesen besser, sondern durch mehr Sprechen. Man merkt erst beim Reden, wo die echten Lücken sind, nicht beim Üben am Schreibtisch. Falsche Fälle stören die meisten Griechen übrigens weit weniger als man denkt – die freuen sich einfach, wenn jemand es überhaupt versucht. Schlechte Gewohnheiten einüben ist meiner Meinung nach eher ein Mythos, solange man grundsätzlich offen für Korrekturen bleibt.

Nutze die zwei Monate, um beide Sachen parallel zu machen: Grammatik pauken UND täglich ein paar Minuten laut sprechen, auch wenn nur mit dir selbst. Das macht einen riesigen Unterschied.


Antwort
Sabine89
Beiträge: 7
(@sabine89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das ein kleines bisschen anders als AlphaLetters7, auch wenn ich den Grundgedanken verstehe.

Natürlich sollte man sprechen – das ist keine Frage. Aber ich hab selbst gemerkt, dass einfach drauflosreden ohne jede Grundlage manchmal frustrierend wird, weil man sich nicht wirklich ausdrücken kann und dann doch auf Englisch umschaltet. Das passiert mir bis heute noch manchmal, obwohl ich schon deutlich länger lerne. Ich hab dazu schon mal im Google-Translate-Thread was geschrieben – das Problem liegt oft nicht nur in der Grammatik, sondern im Gefühl für die Sprache insgesamt.

Mein Tipp konkret für deinen Fall: Lern zwei, drei Satzstrukturen wirklich solide – nicht alle Fälle auf einmal, sondern z.B. erstmal Akkusativ richtig hinkriegen. Dann red damit so viel du kannst. Damit hast du ein Gerüst, an dem du dich festhältst, statt jedes Mal zu stocken weil du nicht weißt welcher Fall gerade kommt. Schritt für Schritt ist das deutlich weniger überwältigend als alles gleichzeitig zu wollen.


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