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Griechisch lernen

Fälle falsch, Sätze...
 
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Fälle falsch, Sätze verhaspelt – trotzdem reden oder erst Grammatik festigen?

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HellasMike47
Beiträge: 0
Themenstarter
(@hellasmike47)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche
[#26]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit gut einem Jahr Griechisch, hauptsächlich mit Büchern und einem wöchentlichen Onlinekurs. Das Lesen läuft eigentlich ganz ordentlich, aber sobald ich wirklich sprechen soll, bricht bei mir irgendwie alles zusammen.

Das konkrete Problem: Ich vergesse mitten im Satz welcher Fall dran ist, dann stocke ich, fange nochmal an, verhaspele mich wieder, und am Ende kommt irgendetwas raus das grammatikalisch wahrscheinlich grauenhaft klingt. Akkusativ statt Genitiv, falsche Endungen, das ganze Programm.

Jetzt plane ich, Ende Juni für drei Wochen auf eine griechische Insel zu fahren – endlich mal Gelegenheit, wirklich Griechisch zu sprechen. Aber ich frage mich ehrlich gesagt, ob es überhaupt Sinn macht, drauflos zu reden wenn ich die Grundlagen noch so unsicher habe. Blamiere ich mich nur, oder lernt man auf diese Weise trotzdem irgendwie? Oder sollte ich die Sommerwochen bis zur Reise lieber intensiv nutzen um die Kasusgrammatik richtig zu verinnerlichen, bevor ich den Mund aufmache?

Ich bin wirklich hin- und hergerissen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was würdet ihr empfehlen – einfach sprechen trotz Fehler, oder erstmal solider werden?

Danke schon mal!
Mike


3 Antworten
S.Hartmann
Beiträge: 2
(@s-hartmann)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurze Antwort: reden, reden, reden – und zwar jetzt.

Ich hab mich damals lange hinter der Grammatik versteckt und gedacht, erst wenn ich die Fälle sicher beherrsche, fange ich an zu sprechen. Das war ein Fehler. Die Kasus-Unsicherheit verschwindet nicht durch noch mehr Tabellen lernen, sondern durch echte Anwendung. Wenn du dreimal im Gespräch mit einer Kellnerin die falsche Endung sagst und sie dich trotzdem versteht – oder dich sanft korrigiert – bleibt das viel besser hängen als zehn Wiederholungen am Schreibtisch.

Griechisch ist da übrigens nicht so unerbittlich wie Deutsch, die meisten Muttersprachler sind bei Lernenden sehr tolerant was Fehler angeht. Und der kommunikative Kontext hilft dem Gehirn, Strukturen viel schneller zu verankern.

Das heißt nicht, dass du die Grammatik komplett ignorieren sollst – ein paar Wochen gezielte Wiederholung der wichtigsten Endungen parallel zum Sprechen ist sinnvoll. Aber den Fokus verschieben: Sprechen als Haupttraining, Grammatik als Unterstützung. Ich hab das auch im Thread zur Wortstellung schon angesprochen – Struktur lernt man am besten durch Input und Output, nicht durch isoliertes Pauken.


Antwort
ThomasK
Beiträge: 0
(@thomask)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Tagen

Grammatik perfektionieren BEVOR man spricht? Das wird nie passieren, ehrlich gesagt. Griechische Kasusmorphologie hat so viele Ausnahmen und Feinheiten, da gibt es kein 'fertig'.

Einfach reden. Fehler machen. Weitermachen.


Antwort
KlausHoffmann31
Beiträge: 2
(@klaushoffmann31)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Da muss ich S.Hartmann ein bisschen widersprechen, zumindest was die Gewichtung angeht.

Natürlich ist Sprechen wichtig, keine Frage. Aber ich hab selber erlebt – und da war mir der VHS-Kurs wirklich eine Hilfe, wie ich damals beschrieben hab – dass man sich durch zu frühes freies Reden auch schlechte Gewohnheiten einschleift, die sich später nur schwer wieder korrigieren lassen. Wenn man immer denselben falschen Fall benutzt und niemand korriegiert einen konsequent, verfestigt sich der Fehler.

Mein Vorschlag wäre ein Mittelweg: Bereite dir bis zur Reise fünf bis sechs konkrete Situationen sprachlich gut vor – Markt, Restaurant, nach dem Weg fragen, Smalltalk über das Wetter oder die Hitze, sowas. Lern diese Dialoge mit richtiger Grammatik gründlich. Das gibt dir Sicherheit UND du redest wirklich. Den Rest kannst du dann improvisieren.

So kombinierst du beides ohne in die Falle zu tappen, dass du drei Wochen hauptsächlich Fehler produzierst und das Gehirn sie als 'richtig' abspeichert.


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