Seite wählen

Griechisch lernen

Fälle im Gespräch v...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Fälle im Gespräch vergessen – reden trotz Fehlern oder Grammatik zuerst?

8 Beiträge
8 Benutzer
14 Reactions
65 Ansichten
StefanBerg
Beiträge: 3
Themenstarter
(@stefanberg)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#36]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit knapp einem Jahr Griechisch und habe eigentlich Spaß dabei – aber sobald ich versuche, wirklich zu sprechen, läuft es katastrophal. Ich weiß zum Beispiel ungefähr, was ich sagen will, fange an – und dann stocke ich, weil ich nicht weiß ob es jetzt Akkusativ oder Genitiv ist, oder ob das Substantiv maskulin oder neutral ist. Dann verhaspel ich mich, sag irgendwas Falsches und verliere komplett den Faden.

Mein Griechisch-Buch klappt zu 80% gut, Übungen mache ich regelmäßig und schriftlich läuft es eigentlich gar nicht so schlecht. Aber dieses Übersetzen in Echtzeit, das klappt einfach nicht. Ich frage mich: Bringt es was, trotzdem drauflos zu reden – also einfach auch mal falschen Kasus zu benutzen und einfach weiterzumachen? Oder schleife ich mir dann Fehler ein, die ich später mühsam wieder loswerden muss?

Ich hab das bei anderen Sprachen nie so extrem erlebt, vielleicht weil die Fälle dort nicht so komplex sind. Griechisch ist da noch mal eine andere Welt.

Hat jemand Erfahrungen damit, wie man diesen Engpass am besten überwindet? Ich will den Sommer nutzen – hab gerade etwas mehr Freizeit – und würde gerne wirklich mal Fortschritte beim Sprechen machen statt nur beim Schreiben.

Danke schon mal!


Schlagwörter für Thema
7 Antworten
Stefan Hoffmann
Beiträge: 15
(@stefan-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Diskussion. Ich hab mich bei der Wortstellung im Griechischen ja auch schon ewig im Kreis gedreht (wer's kennt weiß was ich mein) und das ist ähnlich: Man kann das theoretisch verstehen und trotzdem im Gespräch total daneben liegen.

Mein Tipp wäre: Bau dir ein paar Kernsätze, die du wirklich auswendig kennst und grammatisch korrekt bist. Feste Chunks. So hast du im Gespräch wenigstens Anker. Wenn du z.B. weißt wie man korrekt fragt 'Darf ich...?' oder 'Können Sie mir sagen...?' dann baust du drum herum und musst nicht jedes Mal den Kasus von Null neu berechnen.

Das reduziert den mentalen Aufwand enorm und du kannst dich mehr auf den Inhalt konzentrieren als auf die Form.


Antwort
Thomas B.
Beiträge: 12
(@alphabytes_gr)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ein bisschen anders als Klaus oben. Natürlich soll man sprechen – aber einfach wild drauflosreden ohne jede Basis halte ich für kontraproduktiv. Hab das selbst durchgemacht. Ich hab monatelang versucht aus dem Bauch heraus Griechisch zu sprechen und hatte am Ende so verfestigte Falschmuster, dass ich die kaum noch loswurde.

Mein Ansatz inzwischen: Sprich, aber mit einem konkreten grammatischen Fokus pro Session. Sag dir: heute rede ich nur über Dinge im Akkusativ, oder heute bilde ich nur Sätze mit Verben der 1. Konjugation. So übst du aktives Sprechen, aber ohne dass sich beliebige Fehler einschleifen.

Das klingt vielleicht methodisch, aber für mich hat es wirklich mehr gebracht als reines Freisprech-Training. Gerade wenn man eh schon schriftlich gut ist wie du, ist das kein großer Umweg.


Antwort
Stefan92
Beiträge: 4
(@stefan92)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hatte das exakt gleiche Problem, hab sogar mal drüber geschrieben: Ein Jahr Griechisch – und im echten Gespräch werde ich stumm. Das ist glaub ich ein sehr häufiges Stadium beim Griechischlernen.

Meine Erfahrung: Reden hilft, aber es muss begleitet sein. Nur rumlabern bringt nichts wenn man nicht weiß was falsch war. Ich mache das inzwischen mit einem Tandempartner, der mich dezent korrigiert – nicht nach jedem Satz, aber wenn ich denselben Fehler zweimal hintereinander mache. Das ist die goldene Mitte glaub ich.


Antwort
Helmut B.
Beiträge: 2
(@helmutbraun)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Was MarcusHeld schreibt stimmt schon, aber ich würd noch was ergänzen: Es kommt auch drauf an mit wem du redest. Wenn du mit jemandem sprichst der dich einfach ausbessert ohne Erklärung, lernst du wenig. Wenn du jemanden hast der kurz zeigt warum der Kasus anders ist, bleibt das besser hängen.

Ich hör mir manchmal echte Dialoge an – griechische Filme, Alltagsgespräche – einfach um ein Gefühl für die gesprochenen Endungen zu kriegen. Das hilft meiner Meinung nach mehr als reine Grammatikübungen, weil man den Klang internalisiert. Kasus klingt in der gesprochenen Sprache oft anders als man's aus dem Lehrbuch erwartet.

Also: Reden ja, aber Hören gleichzeitig nicht vergessen.

Wenn Du regelmäßig Anregungen per eMail zum Griechisch lernen möchtest, trage Dich einfach im Newsletter ein. https://www.sprachenlernen24.de/griechisch-lernen/?utm_content=WC97498


Antwort
Seite 1 / 2

Neue Beiträge

Teilen: