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Griechisch lernen

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Fälle vergessen, verhaspelt – einfach drauflos oder Grammatik festigen?

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Sandra84
Beiträge: 31
Themenstarter
(@sandra84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#32]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit ungefähr acht Monaten Griechisch und habe das Gefühl, dass ich beim tatsächlichen Sprechen komplett einfriere. Ich meine – wenn ich mir Zeit lasse, einen Satz aufzuschreiben, kriege ich Akkusativ und Genitiv meistens noch hin. Aber sobald ich wirklich rede, also z.B. wenn ich Audiodateien nachspreche oder versuche spontan etwas zu sagen, dann ist der Fall weg. Ich sage dann irgendetwas und merke schon beim Sprechen dass es falsch ist, aber ich komme trotzdem nicht auf das Richtige.

Jetzt überlege ich: Macht es Sinn, einfach drauflos zu reden und die Fehler in Kauf zu nehmen? Oder stabilisiere ich damit nur falsche Muster, die ich dann später mühsam wieder verlernen muss? Ich habe gelesen, dass manche Leute sagen 'Hauptsache kommunizieren', aber ich bin da nicht so sicher. Wenn ich mir angewöhne, immer den falschen Fall zu benutzen, ist das dann nicht schwerer zu korrigieren?

Ich frage das auch, weil ich im Sommer (August) eine Woche auf Kreta plane und eigentlich gerne ein bisschen mehr kann als nur 'Kalimera' und 'efcharistó'. Ich hätte halt schon gerne, dass ich mich zumindest in kleinen Alltagssituationen verständigen kann ohne gleich komplett rot zu werden. Aber wenn ich einfach mit falschen Fällen rumspreche, blamiere ich mich vielleicht noch mehr?

Was sind eure Erfahrungen? Reden auf Teufel komm raus oder erstmal Grammatik?


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7 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 6
(@klaushartmann62)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich muss da kurz einhaken. Die Frage ob man 'falsche Muster einschleift' ist aus meiner Sicht gar nicht so trivial wie manche hier tun. Ich hab mich selbst lange damit beschäftigt, weil ich nach über einem Jahr merkte, dass ich bestimmte Fehler sehr stabil produzierte – also wirklich fossiliert, wie Sprachwissenschaftler das nennen.

Das heißt nicht: nicht reden. Aber ich würde empfehlen, beim Sprechen zumindest die häufigsten Kasusendungen präsent zu haben. Also konkret: σε + Akkusativ, τον/την/το im Akkusativ – das kann man recht schnell als Automatismus aufbauen, ohne die ganze Grammatik durchgearbeitet zu haben. Dann ist die Fehlerrate beim Sprechen schon deutlich geringer.

Einen schönen Urlaub auf Kreta übrigens – ich war letztes Jahr im Juni dort und die Hitze war schon beachtlich. Am besten früh morgens üben, wenn man den Kopf noch frei hat 😄


Antwort
Markus_K_1987
Beiträge: 7
(@markus_k_1987)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Joa, ich kenn das Gefühl. Hab vor nem Jahr genau das gleiche Problem gehabt und ehrlich gesagt irgendwann einfach aufgehört, groß nachzudenken. Einfach Satz raus, schauen was passiert.

Das 'falsche Muster einschleifen' Argument klingt erstmal logisch, aber ich glaube das überschätzt man. Wenn du gar nicht sprichst, lernst du halt auch nichts über das echte Sprechen. Grammatik aus dem Buch und Grammatik im Gespräch sind zwei verschiedene Welten, das hab ich damals auch im Thread über Gedankenverlust beim Sprechen beschrieben.

Mein Tipp: Stell dir ein paar feste Wendungen zusammen, die du auswendig kannst und wo die Fälle einfach schon drin sind. Dann hast du Anker im Gespräch und verhaspelst dich weniger. Klingt simpel aber hilft wirklich.


Antwort
ThomasK
Beiträge: 10
(@thomask)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz gesagt: Reden. Fehler gehören dazu und Griechen sind sehr nachsichtig. Hab ähnliches schon ausführlich diskutiert, das Thema kehrt immer wieder – ich glaub die Antwort bleibt dieselbe: Wer auf Perfektion wartet, fängt nie an.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 13
(@klaushartmann63)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich sehe das ein bisschen differenzierter als die beiden Vorredner. Einfach drauflos reden hat seinen Wert, keine Frage. Aber ich habe persönlich gemerkt – und ich lerne jetzt schon eine Weile – dass man mit gänzlich falschen Kasusformen auch echte Missverständnisse produzieren kann, nicht nur stilistische Fehler. Gerade wenn es um Dativ und Akkusativ geht, ändert sich manchmal die Bedeutung.

Was ich empfehlen würde: Parallel. Also nicht entweder oder. Weiter sprechen, auch mit Fehlern, aber gleichzeitig wöchentlich ein bis zwei Stunden gezielt die Kasusmuster wiederholen. Ich mache das seit ich griechische Podcasts höre – da prägen sich die richtigen Formen unbewusst ein, während man einfach zuhört. Die Kombination aus passivem Input und aktivem Sprechen scheint bei mir am besten zu funktionieren.

Für Kreta im August würde ich sagen: Die meisten Alltagssituationen sind grammatisch gar nicht so komplex. Bestellen, Fragen nach dem Weg, sich bedanken – das läuft mit überschaubaren Strukturen.


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