Ich lern erst seit kurzem Griechisch und frag mich manchmal auch ob diese ganzen Feinheiten für den Anfang so wichtig sind. Ich mein – ich fahr diesen Sommer auch nach Griechenland und mach mir da weniger Gedanken drum. Wenn ich 'Γεια σου' sag kommt man doch eigentlich immer durch oder? Vielleicht bin ich da zu entspannt aber ich glaub die Einheimischen freuen sich schon wenn man überhaupt versucht Griechisch zu reden, egal ob man mal das falsche Abschiedswort nimmt.
Ich war diesen Frühling in Thessaloniki und hab da bewusst auf sowas geachtet. Die Griechen dort benutzen 'Στο καλό' wirklich sehr häufig, viel öfter als ich erwartet hätte. Fast bei jedem Abschied im Laden, beim Essen, überall.
'Καλό ταξίδι' hab ich dagegen nur gehört wenn Leute wirklich wegfuhren – am Bahnhof, wenn jemand sagte er fährt nach Athen zurück oder so. Also die Faustregel ist eigentlich ganz simpel: Reist die Person gleich? Dann Καλό ταξίδι. Sonst Στο καλό. Das kann man sich glaub ich schnell einprägen. Tobias, du wirst sehen dass es nach einem Tag in Griechenland automatisch sitzt wenn du einfach zuhörst wie die Einheimischen sich gegenseitig verabschieden.
ElektrikerKreta28 hat das gut zusammengefasst. Ich ergänze noch: 'Στο καλό' hat eigentlich die wörtliche Bedeutung 'zum Guten hin' – also quasi ein Segenswunsch für den Weg. Das macht es universell einsetzbar. 'Καλό ταξίδι' ist dagegen wirklich auf Reisen gemünzt, da steckt ja das Wort 'ταξίδι' (Reise) direkt drin, das kann man sich gut merken.
Ich hab bei meiner Arbeit viel mit griechischen Kunden zu tun und hab festgestellt: Griechen sind sehr großzügig wenn jemand ihre Sprache versucht. Ein falsches 'Καλό ταξίδι' beim Alltagsabschied sorgt höchstens für ein freundliches Schmunzeln, keine echte Blamage. Was ich in dem Floskeln-Thread schon mal geschrieben hab: Authentizität kommt mehr durch die richtige Situation als durch perfekte Aussprache.