Hallo zusammen,
ich lerne jetzt seit ein paar Wochen Griechisch, eigentlich als Sommerprojekt – hatte endlich Zeit dafür, nachdem ich beruflich etwas kürzer getreten bin. Das Alphabet macht mir insgesamt weniger Probleme als ich dachte, aber bei einem Buchstaben hänge ich wirklich fest: dem Sigma.
Ich habe verstanden, dass es zwei verschiedene Formen gibt – ein normales Sigma (σ) und ein anderes am Wortende (ς). Aber ehrlich gesagt verwechsle ich die beim Schreiben ständig, weil ich nicht immer sofort weiß, ob ein Wort da endet oder nicht, besonders wenn ich Texte abschreibe und noch nicht wirklich lesen kann.
Meine konkrete Frage: Gibt es irgendeine praktische Regel oder Eselsbrücke, wie ich das im Kopf behalte? Also wirklich so eine einfache Daumenregel, nicht die linguistische Erklärung, die ich schon in einem Buch nachgeschlagen habe und die mir ehrlich gesagt nicht viel gebracht hat.
Und noch eine Nebenfrage: Gilt diese Unterscheidung auch für Großbuchstaben? Ich habe nämlich gesehen, dass Großbuchstaben irgendwie einheitlich aussehen, bin da aber unsicher.
Würde mich sehr über Hinweise freuen. Danke schon mal!
Hey Werner-Koch, das ist eine der allerersten Hürden beim Alphabet, ich kenn das noch gut von mir selbst!
Die Regel ist eigentlich simpel: ς kommt NUR ganz am Ende eines Wortes – also wenn danach ein Leerzeichen oder ein Satzzeichen kommt. In allen anderen Fällen schreibst du σ. Das war's im Prinzip. Klingt zu einfach, aber mehr steckt da wirklich nicht dahinter.
Meine Eselsbrücke damals: Ich hab mir vorgestellt, das ς sieht aus wie ein kleines 'c' mit einem Schwänzchen, das nach unten hängt – als ob der Buchstabe 'erschöpft' ist, weil das Wort zu Ende ist. Klingt doof, hat bei mir aber funktioniert.
Zur Großbuchstaben-Frage: Ja, Sigma als Großbuchstabe ist immer Σ, egal wo im Wort. Die Unterscheidung zwischen σ und ς gibt es nur bei Kleinbuchstaben. Habs auch mal in dem Thread über erste griechische Gespräche am Rande erwähnt, als es ums Lesen ging – letztendlich merkt man sich das einfach durch viel Lesen und Schreiben, da gehts irgendwann automatisch.
Da stimme ich HellasFan29 zu. Zur Großbuchstabenfrage kann ich noch ergänzen: Bei Inschriften oder wenn jemand komplett in Großbuchstaben schreibt – was auf alten griechischen Steinen übrigens normal war – gibt es tatsächlich kein Problem, weil Σ immer Σ ist. Das hab ich damals gelernt, als ich für meinen Athen-Urlaub angefangen habe, mich mit dem Griechischen zu beschäftigen.
Beim Schreiben hilft meiner Erfahrung nach wirklich nur eines: konsequent abschreiben. Ich hab mir anfangs einfache Wörter gesucht, wo ich wusste, wo sie aufhören – also vollständige Sätze aus Lehrbüchern, nicht einzelne Wörter aus Listen. Wenn man den Kontext sieht, erkennt man das Wortende schnell und das ς wird dann zum Reflex. Nach zwei, drei Wochen passiert das bei mir jedenfalls kaum noch bewusst.