Hallo zusammen,
ich bin jetzt ein paar Wochen dabei und merke, dass ich beim Lesen griechischer Texte immer wieder in dieselben Fallen tappe. Es geht mir nicht um einzelne Buchstaben – die kenne ich mittlerweile ganz gut – sondern um Kombinationen und wie unser Gehirn sie interpretiert.
Zum Beispiel: Wenn ich αι oder ει sehe, lese ich das manchmal automatisch wie im Lateinischen, obwohl ich weiß, dass das falsch ist. Oder bei doppelten Konsonanten passiert mir ständig, dass ich die Lautung nicht richtig erfasse.
Meine Frage ist: Gibt es da ein System hinter, warum bestimmte Kombinationen für Deutsche so tückisch sind? Und hat jemand eine praktische Methode gefunden, um diese automatischen Fehlinterpretationen abzutrainieren? Ich lese viel lieber authentische Texte als Lernmaterial, aber die Fehler frustrieren mich.
Ist das auch euch passiert, oder bin ich da allein mit dem Problem?
Hey Harald K.,
da bist du sicher nicht allein mit dem Problem! Ich kenn das auch von meinen Anfängen. Das Gehirn gewöhnt sich halt an die lateinischen Regeln und will die einfach weiter anwenden.
Was mir geholfen hat, ist ehrlich gesagt stupides Durchdrillen – ja, ich weiß, klingt unsexy. Aber bei mir hat's geholfen, diese Kombinationen bewusst laut zu lesen und immer wieder zu wiederholen, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Bei mir waren auch ψ und ξ lange Stolpersteine.
Mein Tipp: Guck dir griechische Filme an (das tu ich ja ohnehin gern) und versuch, die Kombinationen aktiv im Ohr zu behalten. Irgendwann unterscheidet dein Gehirn das automatisch. Mit authentischen Texten machst du schon alles richtig – nur vielleicht bewusster durch gehen am Anfang.
Die Fehler sind völlig normal, frustrierend, aber auch ein gutes Zeichen, dass du die Sprache ernstnehmst. Gibt sich mit der Zeit!
Viel Erfolg weiterhin!
Thomas