Seite wählen

Griechisch lernen

Sprechangst nach ei...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Sprechangst nach einem Jahr – wie kommt man wirklich über die Hemmschwelle?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
31 Ansichten
Klaus H.
Beiträge: 6
Themenstarter
(@klaushartmann62)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#30]

Hallo zusammen,

ich lerne jetzt seit gut einem Jahr Griechisch, mit Lehrbuch, ein paar Apps und zweimal die Woche einer Online-Stunde. Grammatisch komme ich ganz ordentlich voran, Vokabeln pauken geht auch, aber sobald ich tatsächlich sprechen soll – und sei es nur mit meinem Lehrer – blockiere ich komplett. Ich weiß den Satz, habe ihn hundertmal geübt, und dann sitze ich da wie eingefroren.

Mein Lehrer sagt, das sei normal und ich soll einfach mehr sprechen. Ja, danke, sehr hilfreich. Ich frage mich ehrlich gesagt, ob das bei mir vielleicht ein tieferes Problem ist. Im Deutschen bin ich kein schüchterner Mensch, im Gegenteil. Aber auf Griechisch habe ich Angst, mich lächerlich zu machen – obwohl mein Lehrer ja gar nicht lacht und ganz geduldig ist.

Jetzt kommt der Sommer und ich plane eigentlich eine Reise nach Kreta im August. Das wäre natürlich die perfekte Gelegenheit. Aber ich stelle mir schon vor, wie ich stumm wie ein Fisch vor einer Taverne stehe und nicht mal eine einfache Bestellung hinbekomme. Das kann's ja nicht sein.

Hat jemand ähnliches erlebt und wirklich konkrete Tipps, wie man diese Blockade überwindet? Was hat bei euch geholfen?


4 Antworten
Andras Kellner
Beiträge: 5
(@a-kellner)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hatte das mit Podcasts genauso – erst alles verstehen wollen bevor man anfängt, und dann gar nicht anfangen. Hab das mal in einem anderen Thread beschrieben, das ist fast dieselbe Logik.

Bei der Sprechangst hilft es mir, die Situation vorher konkret durchzuspielen. Also wirklich: Ich stelle mir vor, ich stehe in einer Taverne, ich überlege was ich bestellen will, und ich spreche den Satz laut aus – zu Hause, allein. Das ist nicht dasselbe wie echtes Sprechen, aber es nimmt einen Teil der Unbekannten raus. Wenn du im August nach Kreta fährst, hast du noch fast zwei Monate. Das ist genug Zeit um vielleicht 5-6 alltägliche Situationen so durchzuüben.

Und noch was: Die Griechen sind unglaublich nachsichtig, wirklich. Ich hab schon Sachen genuschelt die grammatisch kompletter Unsinn waren und die Gegenseite hat verstanden und geantwortet als wäre alles normal. Das hilft psychologisch ungemein, wenn man das einmal erlebt hat.


Antwort
Werner-Koch
Beiträge: 8
(@werner-koch)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als H.Bergmann. Mit-sich-selbst-Sprechen ist okay, aber das löst das eigentliche Problem nicht – nämlich dass man im echten Dialog keine Zeit zum Nachdenken hat.

Ich hab mich viel mit Satzstellung und Struktur beschäftigt (wer meine anderen Beiträge kennt, weiß das) und glaube, die Blockade kommt oft daher, dass man im Kopf noch zu viel übersetzt statt direkt auf Griechisch zu denken. Das geht nicht über nacht weg.

Mein Tipp: Lass den Perfektionismus fallen. Du wirst Fehler machen, die Leute auf Kreta freuen sich trotzdem wenn jemand versucht Griechisch zu sprechen. Die sind es gewohnt, dass Touristen holprig reden. Ich würd mir vorher 10-15 Standardsätze für den Urlaub wirklich festigen – nicht auswendig lernen sonder wirklich verinnerlichen – und dann einfach damit anfangen. Mehr braucht man anfangs gar nicht.

Wenn Du regelmäßig Anregungen per eMail zum Griechisch lernen möchtest, trage Dich einfach im Newsletter ein. https://www.sprachenlernen24.de/griechisch-lernen/?utm_content=WC97498


Antwort
Hans Steinmetz
Beiträge: 8
(@h-steinmetz)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt: Einfach machen. Kein Lehrbuch der Welt bereitet einen aufs echte Sprechen vor, das war bei mir auch so. Kreta im Sommer ist ideal – die Einheimischen haben Übung mit Touristen und lachen niemanden aus. Fang klein an, bleib dran.


Antwort
Heinrich Bergmann
Beiträge: 7
(@h-bergmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das kenne ich gut, Klaus – und ich meine das wirklich wörtlich. Ich hatte dasselbe Problem, habe drei Jahre gelernt und war trotzdem regelmäßig sprachlos, sobald es ernst wurde. Interessanterweise hatte ich bei Selbsttests ähnliche Blockaden, wie ich im Thread "Nach 3 Jahren Griechischunterricht versage ich bei jedem Selbsttest" beschrieben habe – da wird einem klar, dass Passivlernen und aktives Abrufen zwei völlig verschiedene Dinge sind.

Was mir konkret geholfen hat: Ich habe angefangen, laut mit mir selbst zu sprechen. Einkaufszettel auf Griechisch durchsagen, beim Kochen Kommentare auf Griechisch murmeln, sowas in der Art. Das klingt albern, aber der Unterschied ist, dass kein Gegenüber da ist, das einen beobachtet. Die Angst kommt nämlich meiner Meinung nach nicht vom Griechisch selbst, sondern vom Beobachtetwerden.

Für Kreta: Fang mit einer Sache an, die du blind beherrschst. Παρακαλώ, ευχαριστώ, ένα καφέ παρακαλώ – die sitzt du. Das erste erfolgreiche Gespräch, auch wenn es nur drei Wörter sind, reißt eine Menge ein.


Antwort

Neue Beiträge

Teilen: