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Spätes Abendessen in Griechenland – wie plane ich Familienbesuche richtig?

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Werner-Hoffmann
Beiträge: 3
Themenstarter
(@werner-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#21]

Hallo zusammen,

ich bereite mich gerade auf einen Sommerurlaub in Griechenland vor und habe dabei eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Ich weiß, dass Griechen traditionell sehr spät zu Abend essen – oft erst gegen 21, 22 Uhr oder sogar noch später. Das klingt für mich als Deutschen zunächst gewöhnungsbedürftig, denn ich bin es gewohnt, spätestens um 19 Uhr am Tisch zu sitzen.

Nun habe ich für diesen Sommer (Ende Juni) ein Ferienhaus auf dem Peloponnes gemietet und soll dort auch einige Tage bei der Familie unseres griechischen Bekannten verbringen. Die Familie hat drei Generationen unter einem Dach, also Großeltern, Eltern und Kinder. Ich frage mich jetzt: Wie läuft das dort wirklich ab? Wird wirklich erst spät gegessen oder ist das eher ein Klischee? Und wie bereite ich mich als Gast am besten vor – soll ich mittags schon kräftig essen, damit ich den Abend überbrücke?

Außerdem würde mich interessieren: Hat das mit dem heißen Klima zu tun? Im Juni sind die Temperaturen ja tagsüber kaum auszuhalten, also verbringen die Menschen den Abend vielleicht lieber draußen wenn es kühler wird. Ist das der Grund warum das Abendessen so spät stattfindet?

Ich möchte nicht unhöflich wirken oder den Gastgeber unter Druck setzen. Freue mich über alle Erfahrungsberichte!

Viele Grüße,
Werner


3 Antworten
Martina89
Beiträge: 1
(@martina89)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Tagen

Ja, das mit dem Klima stimmt definitiv! Ich hab das Thema Athen vs. andere Regionen schon mal woanders im Forum angesprochen – in der Stadt ist es nochmal anders als auf dem Land, aber das späte Essen zieht sich wirklich durch ganz Griechenland.

Was Familienbesuche angeht: Rechne damit, dass du als Gast geradezu mit Essen überhäuft wirst, und zwar zu jeder Uhrzeit. Das Späte ist für mich persönlich sogar angenehmer als das Deutsche Modell – man hat tagsüber mehr Zeit, kommt entspannt zusammen und der Abend wird nicht gehetzt. Ich finde das ehrlich gesagt entspannter.

Ein kleiner Hinweis noch: Wenn die Großeltern im Haushalt sind, kann es sein, dass die schon etwas früher essen möchten oder zumindest eine kleine Kleinigkeit zwischendurch bekommen. Aber das regelt die Familie intern, da musst du dir keine Sorgen machen. Als Gast passt du dich einfach an, und das wird von griechischen Gastgebern sehr honoriert.


Antwort
A.Bergmann
Beiträge: 3
(@a-bergmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich sehe das ein bisschen nüchterner als die Vorredner. Das späte Essen ist tatsächlich kulturell tief verwurzelt, aber es wäre ein Fehler zu glauben, dass alle Griechen so leben. Gerade jüngere Familien in Städten oder Familien mit kleinen Kindern haben ihre Essenszeiten teils deutlich nach vorne verschoben – einfach weil Kinder nun mal früh schlafen müssen und der Alltag das erzwingt.

Bei einem traditionellen Mehrgenerationenhaushalt auf dem Peloponnes, wie Werner ihn beschreibt, ist das späte Essen aber wahrscheinlich wirklich noch die Norm. Das hat neben dem Klima auch einen sozialen Grund: Der Abend ist Familienzeit, man kommt zusammen, man redet, man teilt. Das ist nicht einfach nur eine Essenszeit, das ist ein Ritual.

Mein Rat wäre, das einfach offen anzusprechen – frag deinen Bekannten, wie es bei ihrer Familie so läuft. Griechen sind in meiner Erfahrung sehr direkt und erklären solche Dinge gerne. Das ist keine unhöfliche Frage.


Antwort
Andreas Müller
Beiträge: 10
(@andreas-mueller)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Was A.Bergmann schreibt, stimmt – man sollte nicht verallgemeinern. Aber für einen Sommerbesuch bei einer traditionellen Familie gilt: spät essen ist Standard.

Ich würde noch ergänzen wollen, dass es nicht nur ums Essen geht. Der ganze Tagesrhythmus verschiebt sich im griechischen Sommer nach hinten. Einkaufen geht man früh morgens oder abends, der Nachmittag ist tot (Mittagsruhe, Hitze), und ab 18–19 Uhr erwacht alles wieder zum Leben. Restaurants auf dem Peloponnes fangen oft gar nicht erst an, richtig aufzumachen bevor es 20:30 Uhr ist – zumindest nicht für Einheimische. Touristen bekommen natürlich schon um 18 Uhr was, aber das ist ein anderes Thema.

Für die Planung: Wenn ihr irgendwo hingehen wollt (Ausflüge, Besichtigungen), macht das morgens zwischen 8 und 12 Uhr. Danach ist Pause. Das klingt erstmal einschränkend, aber man gewöhnt sich schnell daran und findet es nachher eigentlich sehr vernünftig.


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