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Alphabet auswendig lernen – was bringt es wirklich langfristig?

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Rainer_1974
Beiträge: 9
Themenstarter
(@rainer_1974)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#16]

Jetzt lerne ich seit einem Jahr Griechisch und stelle mir zunehmend die Frage, ob das stumpfe Auswendiglernen der Buchstabenreihenfolge überhaupt irgendeinen praktischen Nutzen hat. Ich meine: Alpha, Beta, Gamma, Delta – schön und gut. Aber wenn ich einen griechischen Text lese, schaue ich doch nicht auf die Position eines Buchstabens im Alphabet, sondern erkenne ihn einfach oder eben nicht.

Ich habe in diversen Lernforen und auf YouTube-Kanälen immer wieder gelesen, dass man das Alphabet "wie ein Kind" lernen soll, also erst die Reihenfolge aufsagen können, bevor man Buchstaben wirklich internalisiert. Das klingt für mich nach einer dieser Methoden, die gut vermarktet werden, aber in der Praxis eher Zeit kosten als wirklich helfen.

Meine konkrete Erfahrung: Ich habe die Buchstaben durch reines Lesematerial gelernt – Texte, Schilder, Zeitungsausschnitte – und komme damit eigentlich ganz gut zurecht. Die Reihenfolge des Alphabets kenne ich trotzdem nicht auswendig und das stört mich null beim Lesen.

Aber vielleicht übersehe ich da etwas? Gibt es tatsächlich Situationen, wo man die Reihenfolge konkret braucht – abgesehen vom Wörterbuch benutzen, was ohnehin kaum noch jemand macht? Oder ist das wirklich nur ein überlieferter Lernreflex, den wir aus dem Deutschunterricht mitschleppen?

Würde mich interessieren was Leute mit mehr Erfahrung dazu sagen, besonders von denen die auch in Griechenland unterwegs sind.


2 Antworten
Marcus K.
Beiträge: 6
(@markos_1981)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Alphabetreihenfolge brauchst du in Griechenland häufiger als du denkst – z.B. wenn in einem Büro oder einer Behörde Unterlagen alphabetisch sortiert werden und du kurz gefragt wirst wo etwas einsortiert gehört. Passiert mir tatsächlich regelmäßig. Ob man dafür aber explizit Auswendiglernen muss oder es sich nebenbei einfach ergibt, das ist wohl eher Geschmackssache.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 5
(@hellas_mentor)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt sehe ich das etwas anders als du. Ich lerne seit 15 Jahren Griechisch und begleite viele Einsteiger beim Start – und was ich immer wieder beobachte: Wer die Reihenfolge nie wirklich verinnerlicht hat, stolpert manchmal an unerwarteten Stellen. Nicht wegen Wörterbüchern, die hast du recht, die benutzt kaum noch jemand im klassischen Sinn. Aber zum Beispiel bei Formularen, Namenslisten, Straßenschildern in alphabetischer Reihenfolge – da merkt man es schon.

Ich habe das übrigens auch im Gespräch mit Muttersprachlern gemerkt: Wenn jemand dir etwas buchstabiert, etwa einen Namen oder eine Adresse, musst du die Buchstaben im Kopf sortieren können. Das klingt banal, aber im echten Gespräch geht das erstaunlich schnell.

Aber grundsätzlich stimme ich dir zu, dass reine Reihenfolge als Lernziel überbewertet wird. Ich habe auch mal in einem anderen Thread geschrieben, wie viel der Unterschied zwischen Lehrbuchlernern und Praxislernern ist. Kontextuelles Lernen wie du es beschreibst ist absolut valide – die Reihenfolge sollte dann eben nebenher kommen, nicht als Hauptziel.


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