Hallo zusammen,
ich bin neu hier und lerne erst seit wenigen Wochen Griechisch. Meine Nachbarn sind sehr freundlich und versuchen mir viel beizubringen – das ist toll, aber auch verwirrend. Sie benutzen ständig kurze Sätze und Wendungen, die ich irgendwie verstehe, aber nicht einordnen kann.
Mein Problem: Ich weiß nicht, welche Redewendungen ich als Anfänger überhaupt aktiv nutzen SOLLTE. Manche klingen so einfach, dass ich sie sofort nachahme, andere wirken mir zu kompliziert oder zu lokal. Gestern habe ich eine Wendung benutzt, die mein Nachbar belächelt hat – war wohl zu formell oder zu veraltet?
Wie unterscheide ich als absoluter Anfänger zwischen Redewendungen, die ich lernen sollte, und solchen, die ich lieber erst später angehe? Gibt es da eine Regel oder muss ich einfach viel hören und fühlen, was passt?
Danke für eure Tipps!
Stefan
Hi Stefan, gute Frage. Ich habe ähnliche Anfängerfehler gemacht. Mein Rat: Konzentriere dich auf die 15-20 Redewendungen, die du TÄGLICH brauchst – beim Einkaufen, beim Grüßen, bei der Arbeit. Alles andere lernst du später. Frag deine Nachbarn ruhig nach, ob etwas zu formell ist. Das mögen Griechen eigentlich.
In zwei Jahren bin ich selbst dort, und ich merke jetzt schon: Viel hören ist der Schlüssel. Radiobeitrag zum Thema habe ich hier mal besprochen: Griechische Radiosender nebenbei laufen lassen
Grüße, Manfred
Das Problem kenne ich noch von damals, bevor ich die 20-Jahres-Pause gemacht habe. Gratuliere dir erst mal, dass du so aktiv lernst!
Mein Tipp: Schreib dir die Redewendungen auf, die deine Nachbarn verwenden – mit Datum und Situation. Nach ein paar Wochen siehst du ein Muster. Die Klassiker wiederholen sich. Alles andere kannst du ignorieren. Die Grammatik ist ohnehin schon knifflig genug – da brauchst du nicht noch exotische Wendungen zu lernen.
Für die Kykladen-Reise nächstes Jahr werde ich dasselbe System nutzen. Viel Erfolg!
Stefan, aus meiner Erfahrung: Redewendungen sind am besten in ihrem Kontext zu lernen. Das macht es einfacher, sie richtig einzuordnen. Wenn du siehst, wann und wie Griechen eine Wendung verwenden, merkst du automatisch, ob sie zu formell ist.
Hast du schon überlegt, eine strukturierte Liste anzulegen – sortiert nach Situationen (Restaurant, Nachbarschaft, Markt)? Das hilft ungemein beim Filtern. Meine Gartenreisen nach Kreta haben mir das gezeigt: Das Alltags-Griechisch hat seine eigenen Regeln!
Guter Gedanke, Stefan. Auf dem Markt in Chania habe ich gemerkt: Die einfachsten Sätze bringen dich am weitesten. Redewendungen sind eher was für später.