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Höflichkeitsformeln auf griechischen Inseln – was zählt wirklich beim Backpacking?

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Klaus Henkel
Beiträge: 10
Themenstarter
(@klaush)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#17]

Hallo zusammen,

ich plane für diesen Juni eine Backpacking-Tour durch ein paar der kleineren griechischen Inseln – Naxos, Paros, vielleicht noch eine der Kykladen-Kleininseln. Budget ist wirklich knapp kalkuliert, also kein luxuriöses Sitzen in teuren Restaurants, sondern eher Streetfood, kleine Tavernen, Übernachtung in Hostels oder günstigen Zimmern direkt bei Einheimischen.

Jetzt frage ich mich: Welche griechischen Höflichkeitsformeln sind in so einem Kontext wirklich wichtig – also Dinge, bei denen Griechen tatsächlich positiv reagieren oder wo man als Ausländer ohne sie unhöflich wirkt? Und was ist dagegen eher touristisches Beiwerk, das niemanden groß interessiert?

Ich lerne seit ein paar Monaten Griechisch, bin aber noch ziemlicher Anfänger. Kalimera, efcharistó, parakálo habe ich drauf. Aber ich frage mich zum Beispiel: Wie wichtig ist die förmliche Anrede mit "kyrie" oder "kyría"? Macht es einen Unterschied, ob ich beim Betreten einer Taverne aktiv grüße oder ob das niemanden interessiert? Wie reagieren Inselbewohner auf Touristen, die wenigstens ein bisschen versuchen, Griechisch zu sprechen?

Bin für jeden praktischen Hinweis dankbar, besonders von Leuten die wirklich auf den Inseln waren und nicht nur Theorie kennen.

Klaus


6 Antworten
Thomas K.
Beiträge: 12
(@thomask)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ein Aspekt der hier noch fehlt: Beim Essen ist "Kalí órexi" (guten Appetit) wenn du an einem Nebentisch vorbeigehst oder wenn du selbst anfängst zu essen ein echter Eisbrecher. Klingt simpel, aber ich hab damit auf Naxos mal ein zehnminütiges Gespräch angezettelt. Das ist die Art von Formel, die nicht nach Lehrbuch klingt sondern nach echtem Interesse.

Und zur ursprünglichen Frage – was kann man sich sparen: Längere Abschiedsrituale mit mehrfachem "Yiasas, kalí antámosi" usw. wirken bei Touristen schnell aufgesetzt. Lieber einmal klar und deutlich verabschieden.


Antwort
Manfred Körner
Beiträge: 17
(@manfred_1951)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Guten Tag Klaus,

das ist ein Thema, das mich schon länger beschäftigt – ich habe mich dazu auch schon im Thread Griechische Floskeln für Touristen - authentisch wirken? geäußert, falls dich das interessiert.

Nach meiner Erfahrung – ich war mehrfach auf den Kykladen, zuletzt vor zwei Jahren – sind ein paar Dinge wirklich wichtig: Erstens das aktive Betreten und Grüßen. "Kalispéra" abends beim Eintreten in eine Taverne wird fast immer mit echtem Lächeln quittiert. Zweitens: Wenn du bei älteren Einheimischen bist, kommt "kyrie" oder "kyría" tatsächlich gut an, auch wenn es heute nicht mehr überall üblich ist. Jüngere reagieren eher amüsiert, aber positiv.

Was du dir wirklich sparen kannst: aufwendige Verabschiedungsformeln oder komplizierte Höflichkeitsfloskeln, die du dann holprig vorträgst. Lieber ein ehrliches, gut ausgesprochenes "Efcharistó polí" als einen langen Satz, der nach auswendig gelerntem Touristenführer klingt. Griechen schätzen den Versuch, nicht die Perfektion.


Antwort
Stefan Kowalski
Beiträge: 24
(@stefan-kowalski)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Also ich bin ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber der ganzen "welche Formeln kann ich mir sparen"-Denkweise. Das klingt mir ein bisschen nach Minimalaufwand-Mentalität. Wenn du dir wirklich die Mühe machst, Griechisch zu lernen, dann lern es ordentlich – auch die Höflichkeitsformen gehören dazu, und es gibt nicht viele davon.

Das "Kyrie/Kyría" ist in manchen Kontexten wirklich noch üblich, besonders wenn du bei älteren Leuten oder in kleinen Läden bist. "Signómi" für Entschuldigung fehlt in deiner Liste und ist meiner Meinung nach unterschätzt – wenn du jemandem versehentlich in die Quere kommst oder eine Frage stellen willst. Und "Yiasas" (formell, Plural) statt "Yiasou" wenn du eine Gruppe oder ältere Person ansprichst, das macht schon einen Unterschied.

Wer ernsthaft Griechisch lernt, sollte da keine Abkürzungen suchen.


Antwort
Helmut Köhler
Beiträge: 23
(@helmutk)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das ein bisschen anders als Manfred. Also klar, höflich sein schadet nie – aber ich glaube, auf den Inseln im Sommer ist das für die meisten Tavernenbesitzer mittlerweile Routine. Die sehen täglich hunderte Touristen. Ein "Kalimera" ist nett, macht dich aber nicht wirklich besonders.

Was tatsächlich einen Unterschied macht, hab ich gemerkt: wenn du zeigst, dass du dich ein minimales bisschen für die Insel selbst interessierst und nicht nur durchreist. Also eine Frage stellen, einen Kommentar über das Essen, irgendwas das zeigt – du bist nicht nur zum Abhaken hier. Das verbindet viel mehr als die korrekte Höflichkeitsformel. Sprachlich reicht dann wirklich das absolute Minimum.


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