Ich möchte hier mal eine etwas andere Perspektive einbringen, weil ich finde, dass dieser 'einfach Phrasen auswendig lernen'-Ansatz langfristig Grenzen hat.
Natürlich ist es praktisch, ein paar Standardformulierungen parat zu haben. Aber wenn man im Telefonat auch nur minimal vom erwarteten Ablauf abweicht, stößt man schnell an Grenzen, wenn das grammatikalische Fundament fehlt. Das ist keine Kritik an dir, Miriam – du bist ja explizit noch am Anfang. Aber ich habe in den letzten zwei Jahren erlebt, wie man sich selbst mit auswendig gelernten Sätzen in Sackgassen manövriert.
Was ich empfehlen würde: Parallel zum Phrasenlernen auch die zugrundeliegenden Strukturen verstehen. Also z.B. wenn man 'Μπορώ να μιλήσω με...' lernt, auch kurz nachschauen, warum dort der Konjunktiv steht. Das ist mehr Aufwand, aber man kommt viel flexibler ins Gespräch. Zu den Fällen speziell: Im Telefonat begegnet einem der Akkusativ sehr häufig, das wäre ein guter Startpunkt. Ich hatte früher schon mal ein bisschen zu Strukturähnlichkeiten geschrieben, falls das hilft.
Oh, das Thema kenne ich! Nach meiner langen Pause hab ich gemerkt, dass Telefongespräche nochmal eine ganz eigene Herausforderung sind – auch verglichen mit Gesprächen von Angesicht zu Angesicht.
Für den Peloponnes-Urlaub, den wir planen, wäre sowas wie eine Reservierung per Telefon eigentlich ideal – ob man das noch macht, weiß ich nicht, die meisten buchen ja online. Aber falls doch: Ich hab mir ein kleines Skript vorbereitet, das ich laut durchübe. Einfach die häufigsten Situationen durchgehen: einen Tisch reservieren, nach dem Weg fragen, nach Öffnungszeiten fragen.
Was Grammatik angeht: Ich würde nicht warten, bis alles sitzt. Die Fälle sind beim Sprechen weniger auffällig als beim Schreiben, und Griechen sind in der Regel sehr geduldig mit Lernenden. Ich hab das jedenfalls so erlebt. Einfach loslegen und sich keine zu großen Gedanken machen – das war meine Erfahrung aus früheren Reisen, als ich noch weniger konnte als heute.
Bei mir ist das Telefongespräch auf Griechisch tatsächlich berufliche Realität, nicht nur Urlaubsvorbereitung – ich arbeite öfter mit griechischen Handwerkern zusammen und da läuft einiges per Anruf. Was ich gelernt hab: Wenn du sagst 'Δεν καταλαβαίνω' und bittest den anderen, langsamer zu sprechen, reagieren die meisten sehr verständnisvoll. Das Schlimmste ist schweigen oder auflegen – das hab ich anfangs leider zu oft gemacht. Was auch hilft: Vor dem Anruf kurz notieren, was man sagen will. Klingt simpel, aber das reduziert den Stress erheblich. Grammatik? Ich hab die Fälle nie richtig systematisch gelernt und verstehe mich trotzdem mit den Leuten. Also ich würde sagen: nicht zuviel Zeit mit Vorbereitung verlieren.