Hallo zusammen,
ich lerne jetzt seit ein paar Monaten Griechisch und stocke gerade beim Thema Aussprache, genauer gesagt beim ρ (Rho). Ich habe das Gefühl, dass ich es einfach nicht hinbekomme. Es klingt bei mir immer wie ein typisch deutsches 'R', also entweder so ein rollendes Zäpfchen-R oder dieses abgehackte norddeutsche Ding. Beides klingt total unnatürlich wenn ich griechische Wörter spreche.
Ich hab mir jetzt schon einige Videos angeschaut und alle sagen, das griechische ρ klingt eher wie ein weiches, gerolltes Zungenspitzen-R – also ähnlich wie Spanisch oder Italienisch. Aber wenn ich das versuche nachzumachen, klingt es entweder zu stark gerollt wie ein Kind das 'Brrrr' sagt, oder ich verliere den Faden und lande wieder beim Deutschen.
Macht das Griechische eigentlich einen Unterschied je nach Position im Wort? Also am Anfang, in der Mitte, am Ende – klingt das ρ immer gleich? Und was ist mit ρρ (Doppel-Rho)? Ich hab gehört dass sich das irgendwie unterscheidet aber bin mir nicht sicher ob das für Neugriechisch überhaupt noch relevant ist.
Für den Urlaub diesen Sommer möchte ich zumindest halbwegs verständlich klingen, deshalb wäre mir das echt wichtig. Habt ihr konkrete Übungstipps?
Danke schon mal,
T.Weber87
Kurze Ergänzung noch: Das ρρ ist im heutigen Griechisch wirklich nur eine Schreibkonvention, klingt praktisch nicht anders als ein einfaches ρ. Da brauchst du keine Energie reinstecken.
Also ich leb seit ein paar Jahren mit Griechenland-Bezug und kann dir sagen: das R ist wirklich der Laut der Deutschen am meisten verrät, zusammen mit dem Theta. Griechen hören das sofort.
Aber HellasMike47 sagt jetzt nicht, dass es schlimm ist – im Gegenteil, die meisten finden es eher charmant. Trotzdem, wenn du's wirklich richtig haben willst:
Das griechische ρ ist ein sogenannter Flap oder Tap, also kein echtes Rollen sondern mehr ein einmaliges schnelles Antippen. Denk an das 'r' in americanischem Englisch bei 'butter' – das ist näher dran als du glaubst. Oder wie schon gesagt wurde: Spanisch/Italienisch als Referenz.
Was ich zusätzlich empfehle: Schau dir Videos von griechischen Nachrichtensprechern an, nicht von Lernvideos. Da hörst du natürliches, sauberes Hochgriechisch ohne pädagogische Übertreibung. Einfach ein Wort rausgreifen das mit ρ beginnt, pausieren, nachsprechen, weiterschauen. Das hat mir persönlich mehr gebracht als jede Übungstafel.
Das kenne ich gut! Ich hatte anfangs genau dasselbe Problem. Das griechische ρ ist tatsächlich ein Zungenspitzen-R, kein Zäpfchen-R wie wir Deutsche es gewohnt sind. Der entscheidende Unterschied: Die Zunge berührt kurz den Gaumen direkt hinter den oberen Schneidezähnen, ähnlich wie beim Spanischen oder Italienischen – aber es wird meist nicht stark gerollt, eher einmal kurz angetippt.
Ein Tipp der mir wirklich geholfen hat: Fang mit dem italienischen Wort 'Roma' an und versuche dieses R zu isolieren. Dann übertrage es auf griechische Wörter wie ρόδι oder ρεύμα.
Zum Thema Position im Wort: Im Neugriechischen klingt das ρ meist recht einheitlich, egal wo es steht. Das ρρ wird in der modernen Sprache praktisch wie einfaches ρ ausgesprochen, also da brauchst du dir keine großen Gedanken machen. Ich hab das auch mal in dem Thread zu Kostenlose Apps für griechische Sprichwörter mit Aussprache erwähnt – wenn du Apps mit Audio-Aussprache findest, lohnt es sich da mal reinzuhören, allein das Nachahmen von Muttersprachlern hilft enorm.
Ich seh das einen Tick anders als H.Weber oben – ich glaube das Problem liegt weniger am technischen Wissen als daran, dass wir Deutschen das Zäpfchen-R so tief verinnerlicht haben, dass man es kaum bewusst steuern kann. Das ist kein Anfängerfehler, das ist Muskelgedächtnis.
Mein ehrlicher Rat: Übe nicht mit vollständigen Wörtern am Anfang. Mach erstmal nur Lautübungen. Sag einfach minutenlang 'da-ra-da-ra-da-ra' mit der Zungenspitze, bis das Gefühl sitzt. Dann erst Vokabeln.
Und zum Urlaub: Griechische Muttersprachler verstehen das auch mit deutschem R problemlos. Ich hab mir früher zu viel Druck gemacht wegen der Aussprache, bevor ich gemerkt hab dass Verständlichkeit wichtiger ist als Perfektion – das haben wir übrigens in einem anderen Thread hier auch schon diskutiert. Also: Üben ja, aber nicht verkrampfen.
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