Ich hab mich mit Fallendungen intensiv beschäftigt (da war ich früher auch skeptisch ob man das alles braucht), und bei Verbendungen ist es für mich ähnlich: man muss unterscheiden, was wirklich produktiv ist und was man erstmal hinten anstellen kann.
Für den Anfang würd ich sagen: Präsens Aktiv der Gruppe 1 (-ω Verben) – die sechs Personen – sind Pflicht. Alles andere ist erst mal optional. Perfekt, Passiv, Konjunktiv – das kommt, aber bitte nicht alles auf einmal. Ich hab den Fehler gemacht, mir zu früh zu viel zuzumuten, und dann klappte auch das Einfache nicht mehr flüssig.
Und ja, 20-30 Minuten täglich klingt wenig, ist aber wirklich effektiv wenn man konsequent ist. Ich lern auch nur in kurzen Einheiten und komme damit besser voran als früher mit langen Marathons am Wochenende.
Gute Frage, Martina – das ist tatsächlich der Punkt, an dem viele Anfänger feststecken. Ich hatte das genau so, und ich hab mich damals monatelang durch Endungstabellen gequält, bis mir jemand in einem anderen Thread hier den entscheidenden Hinweis gegeben hat (ich hab mich mit Kasus-Fragen rumgeschlagen, ähnlich frustrierend – das war damals mein Thema).
Der Trick, der mir wirklich geholfen hat: nicht alle Formen gleichzeitig lernen. Fang mit Präsens an, und dort nur mit den drei Einzahl-Personen. -ω, -εις, -ει – die erscheinen in echten Texten mit Abstand am häufigsten. Wenn du die sitzt, kommen die Plural-Formen fast automatisch dazu, weil das Muster sich wiederholt.
Was viele nicht wissen: Die Verbklassen im Neugriechischen sind eigentlich überschaubarer als im Altgriechischen oder sogar im Deutschen. Wir haben grob zwei Haupttypen bei den Verben (Type A auf -ω, Type B auf -ώ/-άω), und deren Endungsschemata sind intern sehr konsistent. Wenn du also einmal das Muster von 'αγαπώ' verstanden hast, kannst du dutzende andere Verben sofort konjugieren.
Für 20-30 Minuten täglich: Jeden Tag zwei bis drei neue Verbformen plus Wiederholung der alten. Spaced Repetition funktioniert hier wirklich gut.